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Patellarsehnenreflex und neurologische Untersuchungen beim Hund

By Sarah Bennett2. Juli 20265 min read
Reviewed by Dr. Sarah Bennett, DVM
Veterinarian using a reflex hammer to test a golden retriever's patellar reflex during a neurological examination
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Dieser kleine Hammer leistet viel mehr als Sie denken

Wenn Sie schon mal beobachtet haben, wie ein Tierarzt mit einem kleinen Gummihammer auf das Knie Ihres Hundes klopft und dann nachdenklich nickt, haben Sie sich möglicherweise gefragt, was er oder sie tatsächlich misst. Dieser kurze, automatische Beinkick wird als patellarer Reflex bezeichnet und ist eines der zuverlässigsten Fenster, die Tierärzte haben, um die Gesundheit des Nervensystems Ihres Hundes zu beurteilen. Ein einziger Reflextest kann helfen, eine Läsion in einem bestimmten Bereich des Rückenmarks zu lokalisieren – ohne einen einzigen Scan.

Wie der patelläre Reflex funktioniert

Nahaufnahme der Hinterbeine eines deutschen Schäferhunds, die die patelläre Reflexkickreaktion während tierärztlicher neurologischer Tests zeigt

Der patelläre Reflex ist ein einfacher Bogen. Wenn die Patellasehne geklopft wird, senden sensorische Fasern im Quadrizepsmuskel ein Signal in das Rückenmark in den Lendenwirbelsegmenten – speziell L4 bis L6 bei Hunden. Das Signal überkreuzt sich direkt zu Motoneuronen, die zurück in denselben Muskel feuern und den charakteristischen Vorwärtskick erzeugen. Entscheidend ist: Das Gehirn ist nicht beteiligt. Dies ist ein lokaler Rückenmarksreflex, was ihn diagnostisch äußerst wertvoll macht.

Tierärzte bewerten drei Qualitäten: ob der Reflex vorhanden ist, ob er vermindert ist (Hyporeflexie) oder ob er übertrieben ist (Hyperreflexie). Jeder Befund zeigt in eine andere neurologische Richtung.

Was verschiedene Reflexbefunde dem Tierarzt sagen

Fehlender oder verminderter patellarer Reflex

Eine schwache oder fehlende Reaktion deutet auf ein Problem des unteren Motoneurons hin. Dies bedeutet, dass Schäden am Reflexbogen selbst vorliegen – in den Rückenmarksegmenten L4–L6, den dort austretenden Nervenwurzeln oder dem Oberschenkelnerv, der zum Quadrizeps führt. Häufige Ursachen sind Bandscheibenvorfälle auf Lendenebene, ein Tumor, der auf Nervenwurzeln drückt, Traumata oder periphere Nervenkrankheiten. Das betroffene Bein wirkt oft schlaff und die Muskulatur kann relativ schnell schwinden.

Übertriebener patellarer Reflex

Eine überaktive Reaktion deutet in die entgegengesetzte Richtung: Erkrankung des oberen Motoneurons. Dies bedeutet, dass das Problem über dem Reflexbogen liegt – typischerweise im Brustwirbelbereich des Rückenmarks oder sogar höher. Die absteigenden Bahnen, die normalerweise die Reflexantworten modulieren und dämpfen, sind unterbrochen, so dass der Reflex ohne seine üblichen Bremsen abläuft. Hunde mit einem thorakolumbalen Bandscheibenherniation können beispielsweise übertriebene patelläre Reflexe in den Hintergliedmaßen zusammen mit Hintergliedmaßenschwäche oder Lähmung zeigen.

Die vollständige neurologische Untersuchung

Tierarzt beobachtet den Bewegungsablauf eines Labrador Retrievers während einer neurologischen Untersuchung, um die Koordination und Gliedmaßenfunktion zu bewerten

Der patelläre Reflex ist nur eine Komponente einer strukturierten neurologischen Untersuchung. Eine gründliche Bewertung folgt einer logischen Abfolge, die darauf ausgerichtet ist, eine zentrale Frage zu beantworten: Wo im Nervensystem liegt das Problem?

Mentale Verfassung und Körperhaltung

Der Tierarzt wird Ihren Hund beobachten, wenn dieser den Raum betritt. Ist er alert und responsiv, oder wirkt er stumpf und verwirrt? Hält er seinen Kopf in einem Winkel? Diese Beobachtungen können sofort auf eine Beteiligung des Vorderhirns, des Hirnstamms oder des Vestibularorgans hindeuten, bevor ein einzelner Test durchgeführt wird.

Ganganalyse

Das Beobachten des Hundes beim Gehen in einer geraden Linie, beim Drehen im Kreis und beim Überwinden eines kleinen Hindernisses zeigt Ataxie (unkoordinierte Bewegung), Parese (Schwäche) oder Lähmung. Das Muster der Gliedmaßenbeteiligung – alle vier Gliedmaßen, nur die hinteren zwei oder eine Seite – hilft, die Lokalisation der Läsion erheblich einzugrenzen.

Posturale Reaktionen

Tests wie Hüpfen, Schubkarrengang und propriozeptive Platzierung (Platzieren des Fußes dorsal und Beobachten, wie der Hund dies korrigiert) beurteilen, ob das Gehirn und das Rückenmark wirksam miteinander kommunizieren. Dies sind oft die ersten Reaktionen, die bei neurologischen Erkrankungen verschlechtern, noch bevor offensichtliche Schwäche auftritt.

Spinalreflexe

Über den patellären Reflex hinaus beurteilen Tierärzte den Rückzugsreflex in allen vier Gliedmaßen, den Perinealreflex und den Pannikulusreflex – ein Zucken der Hautmuskulatur, wenn das Rückenmark leicht stimuliert wird. Jeder Reflex testet eine andere Ebene des Rückenmarks und hilft, eine neurologische Karte zu erstellen.

Hirnnervenbeurteilung

Die zwölf Hirnnerven steuern alles von Augenbewegung und Gesichtsempfindung bis hin zu Schlucken und Zungenkontrolle. Tierärzte überprüfen die Pupillensymmetrie, die Menacereaktion, die Augenposition, den Kieferton und den Würgreflex. Defizite hier deuten auf Hirnstamm- oder periphere Hirnnervenläsionen statt auf Rückenmarkskrankheiten hin.

Warum Lokalisierung vor dem Imaging wichtig ist

Bevor ein erfahrener Neurologe zu einem MRT oder CT-Scan greift, kann eine gründliche neurologische Untersuchung häufig eine Läsion auf ein oder zwei Rückenmarksegmente genau lokalisieren. Dies ist aus zwei Gründen wichtig. Erstens leitet es die Bildgebung – es hat keinen Wert, den Nacken zu scannen, wenn die Untersuchung auf die Lendenwirbelsäule hinweist. Zweitens leitet die neurologische Untersuchung in Notfallsituationen, in denen Bildgebung nicht sofort verfügbar ist, Behandlungsentscheidungen und Dringlichkeit.

Die Untersuchung bietet auch einen Ausgangswert. Aufeinanderfolgende neurologische Bewertungen im Laufe von Stunden oder Tagen können zeigen, ob sich ein Patient verschlechtert, stabil ist oder verbessert – Informationen, die beeinflussen, ob eine Operation erforderlich ist und wie dringend.

Wann Sie einen Tierarzt aufsuchen sollten

Jeder Hund mit plötzlicher Hintergliedmaßenschwäche, Schleifen einer Gliedmaße, offensichtlichem Koordinationsverlust oder Vokalisieren bei Berührung entlang der Wirbelsäule benötigt sofortige tierärztliche Aufmerksamkeit. Dies können Zeichen einer akuten Rückenmarkskompression sein, die mit frühem Eingreifen möglicherweise rückgängig gemacht werden kann. Warten Sie nicht ab, ob sich die Dinge von selbst bessern.

Hunde mit chronischer, langsam fortschreitender Schwäche – besonders große und Riesenhunderassen – sollten ebenfalls untersucht werden, da degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule und des Nervensystems häufig sind und gut zu handhaben sind, wenn sie früh erkannt werden.

Wichtige Punkte zum Merken

  • Der patelläre Reflex testet einen bestimmten Bogen in den Rückenmarksegmenten L4–L6
  • Ein verminderter Reflex deutet auf eine Erkrankung des unteren Motoneurons hin; ein übertriebener deutet auf eine Erkrankung des oberen Motoneurons hin
  • Eine vollständige neurologische Untersuchung umfasst Gang, Körperhaltung, posturale Reaktionen, Spinalreflexe und Hirnnervenfunction
  • Die Lokalisierung leitet die Bildgebung und Behandlung
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Disclaimer:This article is for informational purposes only and does not constitute veterinary advice. Always consult a qualified veterinarian for your pet's health concerns.

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